Wie wirkt sich Cannabis-Konsum auf den Blutdruck aus?

CBD gegen zu hohen Blutdruck - was ist dran an der versprochenen Wirkung?

Etwa jede/-r dritte Deutsche leidet an zu hohem Blutdruck - doch nur bei 10 Prozent der Betroffenen ist eine organische Ursache nachweisbar. Alle anderen könnten von der Wirkung des im Hanf enthaltenen CBD profitieren.  Wie sich das Rauchen von Marihuana und CBD, auf den Blutdruck auswirken kann, werden wir im folgenden Artikel erklären.

von Laura Neuhofer  ∙ 19.10.2021

Auswirkungen von zu hohen Blutdruck

Es gibt verschiedene Stoffe die sich auf den Blutdruck auswirken können. Wir werden uns auf die wichtigsten Cannabinoide in Cannabis konzentrieren: Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Beide können einen Einfluss auf den Blutdruck ausüben. 

Abhängig von der Dosis , der Art der Verabreichung, der Erfahrung einer Person mit THC und dem allgemeinen Gesundheitszustand einer Person kann THC den Blutdruck beeinflussen. Studien zeigten, dass bei gesunden Probanden, die THC einnahmen, die Pulsfrequenz anstieg und der Blutdruck sank. In anderen Untersuchungen stieg der Blutdruck an wenn sie aufstanden und sank beziehungsweise blieb niedrig, wenn sie lagen.

Zu hoher Blutdruck wird durch Gefäßverengung verursacht. Dafür kommen verschiedene Auslöser in Frage. Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen kann eine organische Fehlfunktion nachgewiesen werden - bei allen anderen führt eine ungesunder Lebenswandel nach und nach zu kleiner werdenden Öffnungen der Blutgefäße. 

Zu den Faktoren, die besonders hohen Blutdruck begünstigen, zählen:

  • Mangel an Bewegung
  • einseitige und/oder nicht ausgewogene Ernährung
  • bestehendes Übergewicht
  • Stress oder andere psychische Belastungen

 

CBD als Therapiemethode bei hohem Blutdruck

Die Folgen zu hoher Blutdruck-Werte sind enorm, denn auf Dauer kann die sogenannte Hypertonie Herz, Gehirn, Nieren und das Adersystem schädigen - was Herzinfarkte und/oder Schlaganfälle begünstigt. Daher wirken Mediziner verstärkt auf Betroffene ein, ihren Lebensstil zu ändern und die Voraussetzungen für Bluthochdruck zu minimieren.

CBD kann die Therapie wirkungsvoll unterstützen, denn es besitzt eine Reihe verblüffender Effekte, die den Ursachen von Bluthochdruck entgegen wirken. Die Wissenschaft ist sich einig, dass CBD dazu neigt, die Blutgefäße zu entspannen und Ängste abzubauen, was letztlich zu einer Senkung des Blutdrucks führt. Zum einen bremst Cannabidiol den Appetit, sodass Betroffene weniger essen und sukzessive abnehmen können, was wiederum den Blutdruck senkt. So hat CBD als natürliches Beruhigungsmittel das Potenzial als medizinische Behandlung für Bluthochdruck angesehen zu werden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass THC schädliche Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit haben kann, während CBD für das Herz hilfreich sein könnte.

 

Kardiovaskuläre Wirkung von Cannabis

Vor allem aber wirkt der Hanf-Extrakt gefäßerweiternd, sodass der Blutdruck nach Cannabis-Konsum messbar sinkt. CBD könnte besonders Entzündungen reduzieren, die letztlich die Blutgefäße, Arterien und lebenswichtigen Organe schädigen können. 

Das haben Forscher an Versuchen mit Ratten nachgewiesen. Allerdings verwendeten sie dabei kein CBD, sondern THC - ein Cannabinoid, wie es u.a. in Marihuana vorkommt und von vielen Menschen als Weed geraucht wird. Das würde für Hypertonie-Patient*innen jedoch eine zusätzliche Belastung darstellen, denn durch Cannabis-Konsum sinkt der Blutdruck schlagartig und unkontrolliert ab. Hier kann CBD eine wirksame Alternative sein. Sein THC-Gehalt liegt im straffreien Bereich und verschiedene Darreichungsformen ermöglichen eine individuelle, bedarfsgerechte Dosierung.

Die Annahme, dass es ebenso effektiv gegen Bluthochdruck wirkt wie THC-haltiges Weed, ist jedoch rein hypothetisch und noch nicht wissenschaftliche belegt. Sie stützt sich allein auf die Tatsache, dass CBD zur gleichen Wirkstoff-Gruppe gehört - den im Hanf vorkommenden Cannabinoiden. 

Eine zielgerichtete Studie der Universitäten Oxford und Nottingham untersuchte den Blutdruck-senkenden Effekt an einer Gruppe von neun männlichen Probanden.

Zu wenig, um allgemein-gültige Schlüsse zu ziehen - doch genug, um wertvolle Erkenntnisse daraus abzuleiten und die Auswirkung von CBD auf Hypertonie weiter zu erforschen.

 


 

Quellen

  • www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4540144/
  • www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5470879/